Auf Umwegen zu den Glücksmomenten

Daniela Lau arbeitet seit vier Jahren als Betreuungsassistentin im AWO Seniorenzentrum in der Darler Heide in Gelsenkirchen. „Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte“, sagt sie heute.

Die gelernte Krankenschwester Daniela Lau zog ihr Kind alleine groß, als sie auf der Suche nach einem Job war. Dabei machte sie die Erfahrung, dass Frauen, die sowohl Mutter als auch berufstätig sein wollen, es auf dem Arbeitsmarkt nicht leicht haben. Sie kassierte im Bewerbungsprozess eine Absage nach der anderen. Daraufhin blieb ihr zunächst keine andere Wahl, als Leistungen der Arbeitsagentur in Anspruch zu nehmen. Die Agentur vermittelte ihr eine Stelle als Minijobberin in einer Boutique, in der Frau Lau vier Jahre lang arbeitete. Irgendwann kam der Punkt, an dem sie sich dachte: „Das ist zwar nett, kann jedoch nicht alles gewesen sein. Dafür habe ich nicht so viel gelernt. Ich fühlte mich komplett unterfordert.“ Mittlerweile war sie 38 Jahre alt, und Zukunftsängste stellten sich ein: „Was passiert, wenn ich mal krank werde? Ich war doch gar nicht abgesichert. Außerdem konnten mein Kind und ich von dem Minijob nicht leben.“

Über einen Bekannten wurde sie auf die Arbeit als Betreuungsassistentin aufmerksam. An dem Berufsfeld gefiel ihr der starke soziale Aspekt sehr gut. So machte Frau Lau beim DVAB in Gelsenkirchen eine Ausbildung zur Betreuungsassistentin mit Präsenzkraft. Während dieser Zeit erhielt sie viel Unterstützung von ihrer Mutter und ihren Freundinnen, die sich zu den Schulzeiten um ihr Kind kümmerten.

Das war meine beste Entscheidung!

Seit dreieinhalb Jahren arbeitet sie nun im AWO Seniorenzentrum in Gelsenkirchen-Erle und betreut sowohl Gruppen als auch Einzelpersonen. Sie führt Bewegungsübungen und eine Farb-Licht-Therapie durch. Und wie lassen sich Beruf und Familie unter einen Hut bekommen? Darauf antwortet Daniela Lau: „Mein Arbeitgeber ist sehr familienfreundlich. Wenn mal etwas mit meinem Kind ist und wir beispielsweise zum Arzt müssen kommt mir das Team sehr entgegen. Das ist unproblematisch“, berichtet Frau Lau.

 „Hier erlebe ich sehr viele Glücksmomente, denn ich sehe, dass meine Arbeit erfolgreich ist“, berichtet Daniela Lau über ihre Tätigkeit. Als Pflegekraft zu arbeiten kommt für sie heute nicht mehr in Frage. „Ich bin der gute Geist für die Bewohnerinnen und Bewohner und kann mich um all das kümmern, was die Pflege aus Zeitgründen gar nicht leisten kann.“ Als Betreuungsassistentin muss man viel Geduld mitbringen und neugierig an den Biografien der pflege- und hilfebedürftigen Menschen sein. „Ich setze mein Herzblut hinein und habe einen guten Draht zu den Menschen. Mein Erfolg ist es, wenn mich ein Bewohner anlächelt.“

Fortbildungen gehören zum Pflichtprogramm

„Zwei Fortbildungen à zwei Tage pro Jahr sind Pflicht. Daher konnte ich mir viel neues Wissen aneignen. Beispielsweise habe ich Bewegungsübungen wie Yoga im Sitzen kennengelernt. Meine große Leidenschaft ist das Farb-Licht-Gerät. Da erlebe ich viele Erfolge bei den Bewohnerinnen und Bewohnern.“ Die Farben wirken entweder anregend oder beruhigend, je nach Bedarf.

Ihr Wissensdurst ist lang noch nicht gestillt. Demnächst möchte Frau Lau eine Fortbildung in der Sterbebegleitung und palliativen Versorgung bei demenziell veränderten Bewohnerinnen und Bewohnern machen. Über ihre Tätigkeit sagt sie: „Das war meine beste Entscheidung, diesen Berufsweg einzuschlagen.“