Augen auf bei der Berufswahl

„Meine Freunde dachten, ich müsste alten Leuten den Po abwischen.“

Jana Baumeister arbeitet im ambulanten Dienst. Uns berichtet sie über ihre tägliche Arbeit und über ihre Aufgaben als Wundexpertin.

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„Ursprünglich wollte ich Kindergärtnerin werden“, berichtet Jana Baumeister. Während eines vierwöchigen Praktikums in einer Kita war sie schnell ernüchtert. „Kinder sind etwas Tolles, aber nicht in einer großen Gruppe“, erklärt sie lachend ihren Eindruck.

gagphr8856Eine Freundin ihrer Mutter arbeitet bei einem ambulanten Pflegedienst, und Frau Baumeister bat darum, sie auf ihrer Tour zu den Patientinnen und Patienten zu begleiten. „Ich wollte mir ein Bild von der Pflege machen und habe gesehen, wie glücklich und zufrieden die Menschen waren, wenn die Pflegerin da war.“ Menschen helfen zu können und sie dabei zu unterstützen, so lange wie möglich in ihren gewohnten vier Wänden zu bleiben, das war ausschlaggebend für ihre Berufswahl.

Das ist genau mein Ding!

Daraufhin bewarb sich Jana Baumeister um einen Ausbildungsplatz im Theodor-Fliedner-Heim. Prompt bekam sie einen Vertrag und konnte mit der Ausbildung zur Pflegefachkraft starten. „Die Arbeit im stationären Bereich hat mir gut gefallen. Im Rahmen meiner Ausbildung war ich sechs Wochen im ambulanten Dienst eingesetzt. Danach wusste ich: Das ist genau mein Ding!“, erinnert sich Frau Baumeister. Nach ihrer Ausbildung wechselte sie innerhalb des Unternehmens in die ambulante Pflege und ist seither auf Tour zu den Pflegekunden.

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Heute ziehen meine Freunde den Hut vor meinem Job

Einige aus ihrem Bekanntenkreis konnten sich gar nicht vorstellen, aus welchem Grund man den Pflegeberuf ergreift. „Sie dachten, ich müsste alten Menschen nur den Po abwischen.“ Heute hat sich die Sicht der Freunde auf ihren Beruf verändert. „Sie ziehen den Hut davor. Nicht nur vor dem, was man in dem Beruf leistet, sondern auch vor dem vielen Wissen, das man sich aneignen muss, um seinen Beruf gut zu machen“, erzählt Jana Baumeister.

gagphr8599Die 24-Jährige ist insgesamt seit sieben Jahren beim Diakonischen Werk im Kirchenkreis Recklinghausen tätig. Direkt im Anschluss an ihre Ausbildung machte sie eine Fortbildung zur Wundexpertin. Wunden analysieren, Verabredungen mit Ärzten über bestimmte Therapiemaßnahmen treffen, den Verlauf der Wundheilung beobachten – diese Verantwortung macht Jana Baumeister große Freude. Bei der Wundversorgung muss man ganz schön etwas aushalten können. Doch Eiter, Krusten und Gerüche machen Jana Baumeister nichts aus.  „Ich habe gelernt, damit umzugehen und habe kein Problem damit. Denn was viel wichtiger ist: Ich freue mich, wenn Wundtherapie funktioniert“, berichtet sie. Tja, Pflege kann eben nicht jeder.

Puh, immer diese Dokumentationen!

gagphr9317Pflegedokumentationen  sind ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit von Pflegekräften, viele empfinden dies allerdings als lästiges Übel. Auch Jana Baumeister muss sich da durchbeißen und rät: „Man muss immer dran bleiben, auch wenn es lästig erscheint. Am besten ist es wenn man die Dokumentation schon vor Ort bei den Kunden erledigt“, erläutert sie.

Mit ihrem Gehalt ist Jana Baumeister sehr zufrieden und kommt gut damit klar. Außerdem erhält sie Zulagen für die nächtliche Rufbereitschaft. Auf die Frage, was ihr Arbeitgeber tun muss, um sie ans Unternehmen zu binden sagt Jana Baumeister: „Ich habe nette Kollegen, eine tolle Vorgesetzte, 30 Tage Urlaub im Jahr, mein Gehalt landet pünktlich auf dem Konto und ich kann mich weiterbilden. Was will ich mehr?“ Für die Zukunft wünscht sich Frau Baumeister, dass alles so bleibt. Karriere möchte sie gar nicht machen, auch wenn sie die Möglichkeit hätte. „Ich kann mir im Moment gar nichts anderes vorstellen. Ich liebe meinen Job so, wie er ist.“

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