Leckeres Essen, glückliche Bewohner

Essensversorgung als neuralgischer Punkt in der Altenpflege.

Als Hauswirtschafterin weiß Kerstin Sommer, was den Bewohnerinnen und Bewohnern schmeckt. Es reizt sie, Neues auszuprobieren. Und sie realisiert trotz so mancher finanzieller Hürden einen abwechselnden Speiseplan.

gagpae8045„Ich fühlte mich zu Höherem berufen“, berichtet Kerstin Sommer (42). Die gelernte Einzelhandelskauffrau und Mutter eines Kindes suchte einen Nebenjob und fand ihn als Spülkraft in einer Großküche. Die Arbeit dort war sehr einseitig. „Irgendwann hat mir das Spülen nicht mehr gereicht“, erzählt sie. An dem Arbeitsplatz lernte sie ihren Mann, einen Koch, kennen und schaute ihm häufig über die Schulter. „Mich hat es gereizt, produktiv zu sein“, berichtet Kerstin Sommer. Die kochende Leidenschaft war geweckt.

Vor 12 Jahren wechselte Kerstin Sommer ins AWO Seniorenzentrum an der Darler Heide und begann eine berufsbegleitende Ausbildung zur Hauswirtschafterin. Mittlerweile arbeitet sie als Beiköchin und versorgt fast 400 Bewohnerinnen und Bewohner.

gagpae7632Als Hauswirtschafterin hat sich Kerstin Sommer auf die besonderen Bedürfnisse der Bewohner eingestellt. So wird beispielsweise für Menschen mit Schluckbeschwerden eine besondere Kostform gereicht. Und auch liebgewonnene Gewohnheiten und Rituale werden berücksichtigt. Die Bewohner mögen am liebsten frische Kost, und dabei sind Gerichte wie Möhren durcheinander, Reibeplätzchen und Apfelpfannkuchen besonders gefragt. Essen weckt Erinnerungen. Und so reagieren besonders Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz auf die verlockenden Gerüche und bekommen Appetit.

Die Anforderungen an die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen reichen von den Wünschen und Bedarfen „rüstiger und selbstständiger“ Senioren bis hin zu speziellen Angeboten und Kostformen für Kranke oder Pflegebedürftige. Häufig ziehen Bewohnerinnen und Bewohner ein, die unter einer Mangelernährung leiden. Mit einer ausgewogenen und gesunden Kost werden sie wieder aufgepäppelt.

gagpae7753Frische Küche bedeutet leider auch, dass sie häufig teurer ist als die angelieferte Fertigkost in Tiefkühlform. Dem AWO Seniorenzentrum steht wie allen anderen Pflegeeinrichtungen ein bestimmtes Budget zur Verfügung, mit dem sie gut wirtschaften müssen. Kostentechnisch ist das ein Spagat, damit ausgewogene Versorgung gelingen kann. Umso schöner ist es, wenn Kerstin Sommer und das Küchenteam frische, saisonale Gerichte zaubern können, wie beispielsweise zur Spargel-, Kartoffel- oder Erdbeerzeit. „Wir versuchen, auf die Wünsche der Bewohner einzugehen“, erklärt Frau Sommer.

Essen ist ein neuralgischer Punkt in stationären Senioreneinrichtungen. Die AWO Westliches Westfalen mit ihren 59 Einrichtungen dreht gemeinsam mit ihren Dienstleistern aus der Lebensmittelbranche an dieser bedeutsamen Stellschraube, um sich zukünftig noch besser auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner einstellen zu können.

gagpae7896