Gut zuhause gepflegt

Ein starkes Team macht’s möglich.

Horst Heyder hat alles, was ihm das Leben in den eigenen vier Wänden trotz Krankheit ermöglicht:  Professionelle Pflege durch die Diakoniestationen Essen, eine liebevolle Ehefrau und Hilfsmittel, die ihm die Bewegung im Alltag erleichtern.

Horst und Sigrun Heyder sind seit 50 Jahren ein eingespieltes Team. Seit zwei Jahren hat das Team ein neues Mitglied: Birgit Bosch, Bezugspflegekraft der Diakoniestationen Essen, entlastet das Ehepaar an fünf Tagen in der Woche. Sie begleitet Herrn Heyder ins Badezimmer und hilft ihm beim Duschen, Eincremen und Ankleiden. „Dafür habe ich 20 bis 30 Minuten Zeit“, erzählt Frau Bosch.

gagpmh4347Das klingt kurz, doch in dieser Zeit passiert mehr als nur Pflege. „Frau Bosch ist ein Vollprofi, jeder Handgriff sitzt. Ich würde das gar nicht in dieser Zeit schaffen, ganz abgesehen von der Kraft. Und sie weiß, mit den wenigen Marotten meines Mannes umzugehen: Da darf der Strumpf keine Falten schlagen, und die Schuhe müssen fest zugebunden werden. Mich würde es nerven, Frau Bosch nimmt das gelassen hin“,  berichtet Frau Heyder lachend, und ergänzt: „Wir erzählen uns gegenseitig viel, tauschen uns über alltägliche Dinge aus. Wir sind froh, dass nicht ständig jemand Neues zu uns kommt, sondern ausschließlich Frau Bosch. Sie passt gut zu uns, gehört mittlerweile fast schon zur Familie.“

Wir sind ein eingespieltes Team

gagpmh3838An die Anfänge der Teamarbeit mit dem Pflegedienst kann sich Frau Heyder noch sehr gut erinnern: „Zunächst habe ich mich morgens immer gründlich zurecht gemacht, bevor der Pflegedienst kam. Das Vertrauen zu den Pflegekräften war von Beginn an da, und das machte mich mehr und mehr gelassener. Heute sitze ich nicht mehr jeden Morgen gestriegelt am Frühstückstisch, wenn Frau Bosch kommt. Es tut gut, sich nicht immer anstrengen zu müssen.“ Und so fing alles an: Eine Herzattacke war es, die Herrn Heyder zunächst per Notarzt ins Krankenhaus und von dort direkt in die Herzklinik brachte. Aus einem Bein wurde eine Vene entfernt, die Wunde verheilte nicht richtig. Außerdem stellten sich bei Herrn Heyder einige geistige Aussetzer ein. Ihm wurden vier Bypässe gelegt, von der Operation erholte er sich nur mühsam. Die anschließende Reha war nach Aussage von Frau Heyder ein Fiasko, er war viel zu schwach. Frau Heyder hatte den Eindruck, dass dort alles nur noch schlimmer werden würde. Nähere Untersuchungen ergaben, dass Herr Heyder an Parkinson leidet. Sie holte ihren Mann aus der Reha heraus. Er wurde begutachtet und als schwer pflegebedürftig eingestuft. „Ich setzte mich sofort mit den Diakoniestationen in Verbindung. Mir war überhaupt nicht klar, was nun auf uns zukommt und was Pflegestufe 2 bedeutet. Nur eines wusste ich genau: Ich will alles dafür tun, dass mein Mann zuhause gepflegt wird.“ Nach dem Beratungsgespräch wusste Frau Heyder, was passieren muss, damit ihr Mann optimal versorgt werden kann.

Gute Beratung – gute Pflege

gagpmh3981Dann ging alles ganz schnell. Ein Wohnraum wurde zum Krankenzimmer umfunktioniert und ein Krankenbett,  eine Toilettensitzerhöhung und eine Greifzange organisiert. Zunächst kam der ambulante Pflegedienst der Diakoniestationen Essen zweimal täglich. Da Herr Heyder nicht aufstehen konnte, wurde von den Pflegekräften ein Urinalkondom angelegt. „Ich war begeistert, welche Hilfsmittel es gibt und vor allem, wie professionell die jungen Pflegekräfte damit umgingen. Und meinem Mann war das überhaupt nicht unangenehm, denn er wusste ja, dass ihm dadurch geholfen wird.“ Die Wunde am Bein, die erneut operiert wurde, war mit einem Krankenhauskeim infiziert.  Die Wundexperten der Diakoniestationen Essen versorgten die Wunde fachgerecht, dokumentierten den Heilungsverlauf. Nach drei Monaten konnte Herr Heyder wieder, wenn auch mit Einschränkung, laufen. „Der Pflegedienst hat meinen Mann wieder fit gemacht“, berichtet Frau Heyder und ergänzt: „Außerdem kam auf meine Veranlassung zweimal wöchentlich ein Physiotherapeut zu uns, der meinen Mann zusätzlich mit Übungen mobilisierte. Das wird auch weiterhin fortgesetzt.“ Nach rund einem dreiviertel Jahr ging es Herrn Heyder wieder so gut, dass der Pflegedienst seither nur noch einmal täglich kommen muss. Frau Bosch ist eine feste, verlässliche Größe und hält Herrn Heyder gut im Auge, und wenn ihr eine negative Veränderung auffällt, schaltet sie eine Pflegefachkraft ein, die ihn vor Ort begutachtet. „Wir fühlen uns rundum gut begleitet“, erklärt Frau Heyder.

Pflege und emotionale Stütze = das passende Gesamtpaket

gagpmh3947Trotz der guten Unterstützung von Birgit Bosch belastet die Pflegebedürftigkeit Frau Heyder an manchen Tagen mehr als an anderen. „Manchmal sitze ich hier und bin froh, wenn ich nichts machen oder denken muss. Es kann auch mal sein, dass ich nicht so gelassen reagiere wie üblich. Kürzlich hat mein Mann ein Glas Wasser verschüttet. Ich habe ein bisschen geschimpft und sofort gedacht, dass von einem verkleckerten Wasserglas die Welt nicht untergeht. An solchen Tagen gibt Frau Bosch mir mehr als pflegerische Unterstützung. Dann fängt sie mich emotional auf. Dieses Gesamtpaket macht aus meiner Sicht Pflege zuhause möglich“, berichtet Sigrun Heyder (73).

gagpmh3917„Atempausen sind ganz wichtig“, erklärt Frau Heyder, und so geht sie regelmäßig schwimmen und trifft sich mit ihren Freundinnen – ein fester Kreis, der sie auffängt, wenn sie mal nicht so fröhlich ist. Auch Herr Heyder sorgt für einen Tapetenwechsel. So besucht er jeden Donnerstag das „Stübchen“, einen Treff im Seniorenzentrum Margarethenhöhe. „Außerdem spiele ich mit meinen alten Freuden einmal im Monat Skat. Das machen wir schon ewig“, berichtet Herr Heyder. Gemeinsam unternimmt das Ehepaar so viel, wie es die Gesundheit zulässt: kleinere Spaziergänge (möglich dank Treppenlifter im Hausflur und Rollator), Bummeln im Rhein-Ruhr-Zentrum, Cafébesuche. „Wir machen, was geht und denken nicht darüber nach, was morgen sein könnte“, erklärt Sigrun Heyder.

Goldene Hochzeit

gagpmh4021

Herr Heyder (79) sagt: „Ich bin sehr dankbar, dass ich meine Frau an meiner Seite habe. Ohne ihre Geduld und Liebe wäre vieles für mich nicht mehr möglich.“ Frau Heyder ist für ihren Horst da, in guten wie in schlechten Zeiten. In 50 Jahren Ehe haben die beiden viele schöne Momente miteinander verbracht. Das Ehepaar machte viele Reisen um den Globus. „Gut, dass wir das alles gemacht haben, als es gesundheitlich noch möglich war. Insofern vermissen wir nichts“, berichtet Sigrun Heyder. Da Herr Heyder als Industriekaufmann im Marketing eines großen Verlages arbeitete, begleitete seine Leidenschaft für Zeitungen ihn auch während seiner Urlaube. In der Wohnung zeugen Tageszeitungen aus aller Welt davon.

In wenigen Monaten feiert das Ehepaar seine goldene Hochzeit im Kreis der Familie. Mit einem Gottesdienst und anschließender Feier. Auf die guten Zeiten!

gagpmh4141