Das große Los gezogen

Glücksformel: Nah am Bewohner!

Erst mit 39 Jahren startete Yvonne Jendryan eine Ausbildung in der Altenpflege. Ihre Berufswahl war genau richtig und ihren Ausbildungsbetrieb weiß sie sehr zu schätzen.

gagpphh5943Yvonne Jendryan hatte eine enge Bindung zu ihrer Großmutter. Als die alte Dame pflegebedürftig wurde, gab Frau Jendryan ihren Job als Postzustellerin auf, um sich voll und ganz und mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes ihrer Oma zu widmen. Diese Aufgabe machte ihr trotz mancher Herausforderungen viel Freude. „Rückblickend betrachtet war das, was ich getan habe, laienhafte Pflege. Ich wusste es ja nicht besser“, berichtet sie. In der Zeit mit ihrer Großmutter beschloss sie, den Pflegeberuf über kurz oder lang professionell zu erlernen. Yvonne Jendryan wurde Mutter von zwei Kindern, mit der Ausbildung zur Pflegefachkraft ließ sie sich Zeit.

Früh an der Pflege geschnuppert

gagpphh5681Als ihre Mutter Rentnerin wurde und ihr zweites Kind die weiterführende Schule besuchte, entschied sie sich für die Ausbildung zur Fachkraft in der Altenpflege. „Ich hatte ab dann den Kopf frei, denn im Zweifelsfall ist meine Mutter immer da, die sich um die Kleine kümmern kann. Mir war klar: die Ausbildung geht nur ganz oder gar nicht.“

Ihr Berufseinstieg in die Pflege war ein kompletter Kaltstart, denn die 40-Jährige hatte weder ein Praktikum absolviert noch in einer Pflegeeinrichtung hospitiert – ihr reichte die Erfahrung, die sie mit ihrer Großmutter gemacht hat, um zu wissen: „Was auch kommen mag, das ist genau mein Job.“ Sie meldete sich in ihrer Heimatstadt Bochum im Pflegefachseminar an. Nun brauchte sie noch einen Träger für die Ausbildung. Im Fachseminar empfahl man ihr das Paul Hannig Heim in Essen-Heidhausen. Der Träger ist die Essener Adolphi Stiftung.

gagpphh5867„Ich habe mich gut informiert, daher hatte ich ein recht klares Bild von der Pflege. Das einzige, wovor ich Angst hatte, war der Umgang mit dem Tod“, berichtet die 40-Jährige. Der erste Todesfall war schwer für Frau Jendryan. Sie entschied sich, in den Raum der verstorbenen Bewohnerin zu gehen und sich mit der Situation zu arrangieren. „Ich musste erstmal tief durchatmen. Wenn man aber weiß, dass der Tod oft die bessere Lösung für viele alte, kranke Menschen ist, dann kommt man damit klar.“

Täglich Essen – Bochum: die Himmelfahrt nimmt sie gerne in Kauf

gagpphh5831„Die tägliche Fahrtzeit zwischen Bochum und Essen-Heidhausen nehme ich gerne in Kauf. Ich weiß, dass ich mit meinem Ausbildungsbetrieb ein sehr gutes Los gezogen habe.“ Frau Jendryan zieht in Gesprächen mit Mitschülern häufig einen Vergleich zu ihrer Einrichtung. „Da läuft es mir manchmal eiskalt den Rücken herunter, wie es in anderen Einrichtungen abläuft“, berichtet sie. „Was ich richtig toll finde: Meine Einrichtungsleitung kennt meinen Namen, meine Praxisanleiterin ist meine direkte Bezugsperson, mit der ich ständig in Kontakt stehe. Von manchen Mitschülern weiß ich, dass das bei ihnen nicht der Fall ist. Außerdem sind die Mitarbeiter im Paul Hannig Heim trotz der Betriebsgröße doch sehr nah beieinander. Das finde ich richtig toll.“

Ihre Glücksformel: Nah am Bewohner sein

gagpphh5759„Ich möchte auf jeden Fall auch nach der Ausbildung nah an den Bewohnern bleiben, weil mir das sehr am Herzen liegt“, blickt Frau Jendryan in die Zukunft. In zwei Jahren macht sie erst einmal das Examen zur Pflegefachkraft. Nur das Thema Sterben lässt sie nicht los, daher möchte sie gerne eine Fortbildung über den Umgang mit dem Tod machen. Jedem Mitarbeiter steht pro Jahr eine Wunschfortbildung zu, und diesen Wunsch erfüllt das Paul Hannig Heim ihr sehr gerne.