Mit 50 fit in die Ausbildung starten

„Eigentlich bin ich ein Sportmuffel…“

Karin Krol arbeitet seit 2008 bei der AWO an der Darler Heide in Gelsenkirchen als Pflegehilfskraft. Im Herbst 2016 startete sie mit der Ausbildung zur Pflegefachkraft. 

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Die gelernte Mechanikerin, die in Polen auf einer Zeche arbeitete und zwei Kinder großgezogen hat, hat auch mit 50 noch ganz viel Power. Für ihren Beruf hält Karin Krol sich fit. Sie geht regelmäßig ins Fitnessstudio und macht Rückenfitness. „Eigentlich bin ich ein Sportmuffel“, sagt sie. Ihr ist jedoch klar, dass sie sich körperlich fit halten muss, um einen guten Ausgleich zu haben und um den Beruf noch lange ausüben zu können.

Schwere Arbeit ist Karin Krol gewohnt: In ihrer Heimat Polen arbeitete sie als ausgebildete Mechanikerin auf einer Zeche. Als sie nach Deutschland kam, absolvierte sie einen Sprachkurs, arbeitete nebenbei und zog zudem noch zwei Kinder groß. Als sie sich 2005 von ihrem Mann trennte, stand sie ohne alles da und lebte zunächst von Harz 4. „Ich machte eine Maßnahme nach der anderen, die mir nichts gebracht haben“, berichtet sie.

gagpae5388Bei den Johannitern absolvierte sie schließlich einen einjährigen Vorbereitungskurs in der Pflege mit begleitendem Praktikum. „Die ersten zwei Wochen im Praktikum waren nicht leicht, und ich zweifelte. In der dritten Woche wusste ich: Hier bist du richtig“, erzählt Karin Krol. „“Denn ich habe viel Dankbarkeit von den Bewohnern erfahren– da wusste ich, in dem Job bin ich richtig.“

gagpae5068In den letzten 8 Jahren arbeitete Frau Krol als Pflegehilfskraft. Die damalige Pflegedienstleitung schlug ihr vor, eine Ausbildung zur Pflegefachkraft zu machen. Frau Krol nahm sich vier Tage Bedenkzeit, bis sie sich schließlich dafür entschied. Es gab allerdings einen Haken: „Mit dem Ausbildungsgehalt wäre ich vorne und hinten nicht hingekommen, denn ich hatte ja nicht nur mich, sondern auch noch eine Tochter zu versorgen.“ Eine Lösung war schnell gefunden. Mit Unterstützung der Arbeitsagentur erhält Frau Krol nun ihr normales Gehalt und kann die dreijährige Ausbildung beruhigt angehen. Wenn sie die Ausbildung beendet hat, ist sie 53 Jahre alt. Mit dem Alter hat sie kein Problem. „Ich habe die beste Zeit meines Lebens“, sagt sie lachend.

Die Frage, ob sie sich später eine Leitungstätigkeit vorstellen kann, verneint Frau Krol sehr bestimmt: „Ich möchte nah am Bewohner bleiben und aktiv in der Pflege arbeiten“, sagt sie.

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