Rückblick auf die Abschlussveranstaltung

Nach zwei Jahren Projekt- und Förderlaufzeit geht nun „Gute Arbeit – Gute Pflege“ zu Ende. Doch niemals geht man so ganz… Es geht weiter!

Was haben wir erreicht? Was hat nicht so funktioniert? Was ist abseits von Bündnissen wichtig und was macht Mitarbeiterbindung aus? Und was bleibt vom Projekt?

All dies haben wir am 16. März 2018 im Wissenschaftspark reflektiert.

In Sachen Mitarbeiterbindung und -gewinnung hat die Altenpflege viele kleine Bühnen zu bespielen, und die Regiearbeit ist aufwändig. Geht es um Mitarbeiterbindung jenseits eines Förderprojektes, so zeigte Claudius Hasenau von der APD anschaulich, wie ernst er seine unternehmerische Verantwortung nimmt (siehe Präsentation) – und das ist mehr als beeindruckend.

Auswahl, Ausbildung und der Einsatz von Markenbotschaftern lohnen sich. Nicht nur für die Unternehmen selbst, sondern auch für die Mitarbeitenden. So berichteten Jana Besner vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Recklinghausen, Katja Kosnik vom Diakoniewerk Essen und Antonella Dionisi vom Diakonischen Werk Gladbeck-Bottrop-Dorsten über ihre Einsätze auf Jobmessen und bei Infoveranstaltungen. Das Publikum erfuhr, dass den Pflegekräften eine gute Zukunft bei ihrem Arbeitgeber bevorsteht und sie Wertschätzung erfahren. Und Karrieren sind vorprogrammiert.

Qualität in der Beratung nach innen und nach außen steigern – darüber berichteten die Arbeitsagentur Recklinghausen und Oberhausen. Infoveranstaltungen rund um den Pflegeberuf wie Azubi-Talks lohnen sich – gleichermaßen für die Kund*innen der Arbeitsagenturen, als auch für die Berufsberater und die Arbeitgeber.

„Eine positive Emotion, die bleibt“ – das ist die Botschaft der neuen Praktikumsbegleiterbroschüre, die mit einer Projektgruppe entstanden ist. Mitarbeiterinnen der Essener Adolphi Stiftung berichteten, wie gut sie sich auf Berufsfelderkundungstage und Praktika vorbereiten.

„Wir müssen uns bewegen, sonst bewegt sich nichts“ – lautet die Botschaft von Jörg Klomann, Einrichtungsleiter im Theodor-Fliedner-Haus in Herten. So ermöglicht er zwei alleinerziehenden Müttern eine Vollzeitausbildung mit Diensten, die ihrer Lebenssituation entgegenkommen und mit einem Fachseminar, dass sich ebenfalls im Sinne der Schülerinnen bewegt.

Was haben wir nicht erreicht?

Kinokampagnen sind schön, gehen jedoch in der bunten, lauten Welt der Werbespots unter. Leider haben wir keinen Run auf einen Job oder eine Ausbildung in der Pflege erwirkt. Presseartikel über Geschichten vom Gelingen ändern das Image des Pflegeberufes – und zwar so lange, bis der nächste Tatort oder Polizeiruf 110 gute Geschichten verdrängt.

Und was bleibt?

Die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden, die sich gut mitgenommen fühlen und gesehen werden. Und: „Sie sind der einzige Kreis einer Branche, der es geschafft hat, Schritt für Schritt die Türen zu öffnen“, so Karl Tymister, scheidender Vorsitzender der Geschäftsführung der Gelsenkirchener Arbeitsagentur und Mann der ersten Stunde über das Bündnis aus Arbeitgebern und Institutionen. Ohne ihn wäre der Grundstein, nämlich das Vorgängerprojekt „Wir können Pflege“ gar nicht gelegt worden und gar nicht möglich gewesen.

In diesem Sinne wollen wir weiter daran arbeiten, der Pflege einen besseren Stellenwert zu geben. Den Wunsch der Projektpartner nach Austausch und nach weiteren, gemeinsamen Aktivitäten greifen wir auf und werden nach Ende der Projektlaufzeit ein Bündnis für gute Arbeit in der Altenpflege im Ruhrgebiet gründen. Mehr dazu in Kürze.

Danke an alle Projektteilnehmer und Gäste – Glück auf!


Praktikumsbegleiterbroschüre (PDF / 1 MB)
Präsentation Roland Weigel KCR (PDF / 4,7 MB)
Präsentation Claudius Hasenau APD (PDF / 4,1 MB)