Sie kann es einfach nicht lassen!

Mit 68 Jahren immer noch in der Pflege tätig.

Es gibt viele Diskussionen über die Anhebung des Rentenalters. Und es gibt gute Beispiele von Menschen, für die auch nach dem 65. Lebensjahr freiwillig noch lange nicht Schluss ist.

gagpsm3182Finanziell hat Marie-Louise Schäfer es nicht wirklich nötig, sich mit 68 Jahren noch eine berufliche Tätigkeit „anzutun“. Sie macht es dennoch. Die gelernte Krankenschwester hat mit Ausnahme der Elternzeit Jahrzehnte lang gearbeitet und während ihres Berufslebens ein umfangreiches Wissen in der Krankenpflege angesammelt.

Ich ziehe den Hut vor der Professionalität der Pflegekräfte

gagpsm2998 Frau Schäfer ist als Minijobberin im Seniorenzentrum Margarethenhöhe tätig. Das Haus lernte sie kennen, weil Verwandte dort wohnten. „Hier ist es sehr schön“, sagt sie. Und sie stellt besonders die hohe Professionalität der Pflegekräfte heraus: „Ich ziehe den Hut vor dem medizinischen Wissen der Altenpfleger. Das sind Spezialisten für Alterskrankheiten. Sie verfügen nicht nur über ein großes medizinisches Fachwissen, sondern besitzen zudem enorme soziale Kompetenzen.“

gagpsm2886An zwei Wochenenden im Monat arbeitet Frau Schäfer in der Pflege. „Für die Arbeit mit alten, pflegebedürftigen Menschen muss man geeignet sein“, erklärt sie und beschreibt, was man für den Beruf mitbringen muss: „Wichtig ist eine gute Beobachtungsgabe. Man muss in der Lage sein, schnell Maßnahmen zur Behandlung einzuleiten, und man benötigt ein hohes medizinisches Wissen. Im Krankenhaus habe ich immer einen Arzt im Hintergrund, den ich fragen kann. Hier muss die Pflegekraft selber schauen.“ Über den Berufsalltag im Pflegeheim sagt sie: „Im Krankenhaus gehen Patienten nach einiger Zeit wieder, hier bleiben sie in der Regel länger. Man lernt die Bewohnerinnen und Bewohner sehr gut kennen,  auch ihre Macken. Mich können die Pflegekräfte gerne zu den schwierigen Bewohnern schicken. Denn ich habe dann wieder ein paar Tage Zeit, um mich davon zu erholen und um Abstand zu gewinnen.“

Abstand von der Arbeit gewinnen

Frau Schäfer hat noch einen wichtigen Rat für alle, die sich für den Pflegeberuf entscheiden: „Man braucht einen guten Ausgleich zur oftmals belastenden Arbeit in der Pflege. Da ist es gut, wenn man ein verlässliches, privates Umfeld hat. Erholung, Familie und Freunde dürfen nicht zu kurz kommen.“

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